Die Hälfte der getesteten Drittklässler in Berlin kann nicht altersgemäß lesen, rund 70% beherrschen die Rechtschreibung nicht und 45% können nicht rechnen.
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie konstatiert Nachholbedarf.
Der VBE Berlin ist besorgt über die Vera-Ergebnisse in Berlin und stellt die Frage, ob das Schulproblem im Grundschulbereich, das sich erfahrungsgemäß bis in die künftigen Oberschulklassen auswirken wird, überhaupt in seiner bildungspolitischen Tragweite verstanden worden ist.
Fehlende Schulplätze und zu große Klassen, die Abschaffung der Vorschule, hausgemachter Lehrkräftemangel und die Berliner Inklusion zum Spartarif zeigen einmal mehr desolate Ergebnisse. Der Versuch Berlins, die strukturellen Probleme im Schulbereich durch kostenintensive Maßnahmen der Jugendhilfe (Schulhelfer, Lerntherapie) zu kompensieren, führt nicht weiter.
Wenn Unterricht nicht auf einem pädagogischem Mindeststandard stattfinden kann, weil Schulplätze und Lehrkräfte fehlen und Inklusionskinder nicht angemessen gefördert werden können, bezahlen Schulkinder zwangsläufig mit ihren Bildungschancen, Lehrkräfte und pädagogisches Personal mit ihrer Gesundheit.
Der VBE Berlin fordert ein bildungspolitisches Umdenken. Wir brauchen ein neues Konzept zur Gewinnung von Lehrkräften. Berlin hat für das Schuljahr 25/26 auf die Einstellung von 250 Laufbahnbewerbern verzichtet, weil es keine zentrale Einstellung von Lehrkräften gibt. Den Bezirken fehlen die Mittel, um temporär Schulraum anmieten zu können. Wir brauchen dringend Vorschulen, um Schulkinder angemessen auf die Schule vorbereiten zu können. Wir brauchen dringend eine ausfinanzierte und fachlich abgesicherte Inklusion.