„Wir wissen, dass sich viele Lehrkräfte angesichts der Wahl vom Sonntag Sorgen machen – um ihre pädagogische Arbeit, um ihre Schülerinnen und Schüler und um die Zukunft eines inklusiven, integrierenden Schulsystems.
Diese Sorgen nehmen wir sehr ernst“, erklärt Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) mit Blick auf die Wahlprognosen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Dem Grundgesetz und den Menschenrechten verpflichtet
Der VBE-Chef betont: „Wir stehen zu den Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land. Wir werden uns weiterhin konsequent für die pädagogische Freiheit einsetzen. Natürlich sind wir dem Beutelsbacher Konsens verpflichtet: Kontroverses muss im Unterricht als kontrovers dargestellt werden, Schülerinnen und Schüler dürfen nicht im Sinne einer bestimmten Meinung überwältigt werden. Der falschen Interpretation, dass Lehrkräfte neutral bleiben müssten, verwehren wir uns aber. Wenn die Grundlagen unserer Demokratie, das Grundgesetz oder Menschenrechte angegriffen werden, müssen wir dies so benennen und Haltung zeigen.“
Demokratiebildung stärken
Gerade in Zeiten politischer Unsicherheit zeigt sich, wie wichtig eine starke Demokratiebildung ist. Damit sie wirken kann, braucht sie:
Schulpflicht sichern
Der VBE hat in seiner Bundesvorstandssitzung im Juni 2026 eine einstimmige Position verabschiedet, mit der er sich klar für die Schulpflicht ausspricht. Hierin heißt es: „Wir wenden uns gegen den Versuch, verfassungswidrig eine Bildungspflicht bzw. die Wahlfreiheit der Eltern zwischen Schulbesuch und Hausunterricht umzusetzen. Schule ist ein Begegnungsort für alle Kinder, an dem Demokratie und Kooperation gelebt wird. Durch die Pflicht zum Besuch einer Schule sichern wir, dass jedem Kind staatliche Ressourcen zugutekommen. So wird der Staat seiner Aufgabe gerecht, ein gemeinsames, staatlich verantwortetes Schulwesen (Art 7 GG) bereitzustellen.“ www.vbe.de